Sonntag, 29. März 2009

EON 600



Nachdem ich ein paar Mal gerade zu wenig Thermik hatte soll ein leichterer Segler her. Spannweite ca. 2m so dass ich ihn ohne zerlegen zum Flugplatz bringen kann (in bewährter Weise, mit dem Fahrrad (so wie hier gezeigt, mit dem EasyGlider)).

Kaufen oder bauen? Gewichte vergleichen. Die typischen Thermik-Segler sind größer. Die 2m-Segler sind allround-Geräte die nicht so auf Thermik optimiert sind. Besuch bei Kirchert. Er rät zum EON 600. 2,3m Spannweite, also zu groß. Gibt es etwas kleineres?

Erst hatte ich den ETA 400 von Jonas Kessler im Auge, entschied mich dann aber doch für den EON 600 vom selben Autor.
Der EON-Bauplan wurde im Jahr 2000 im FMT veröffentlicht. Mit NiMh-Akku und einem Speed 600 mit Getriebe sollte er 1200-1400g wiegen. Später wurde eine reine Segler-Version mit 600g vorgestellt.

Jänner 2008

Brushless Antrieb statt Getriebemotor, alle Komponenten incl. Akku in der Rumpfspitze.
So sollte das Gewicht der motorlosen Version zu erreichen sein!



Ich habe noch einen Pulsar 10, der nach Hersteller-Angabe für einen 600g E-Segler ausreicht.
Er würde gut in die Rumpfspitze passen. Außerdem habe ich noch die 8x6 Klappschraube die bei der Minimag dabei war.
Wird das Ding so fliegen??? 600g-Segler sind normalerweise kleiner, allerdings muss (und soll) er ja nicht so schnell fliegen ...

Frästeilsatz oder nicht?
Den Frästeilsatz bekommt man bei Karl Faller in Deutschland. Er wurde von Jonas Kessler als "auffällig leicht" beschrieben.
Ich entdecke eine Annonce für einen EON-Frästeilsatz von jemandem der den EON bauen wollte, aber dieses Vorhaben wieder aufgegeben hat.
Dieser Frästeilsatz ist für die E-Segler-Version, also mit breiteren Spanten. Karl Faller ist von meinem Projekt nicht überzeugt, fertigt aber einen Segler-Spantensatz für mich an.
Balsa-Einkauf bei Kirchert. Im Geschäft darf ich die leichtesten Brettchen mit der Waage aussuchen.


Bald sind die Flächen rohbaufertig. Die Arbeit geht dank durchdachter Konstruktion leicht von der Hand, da habe ich schon schlimmeres erlebt. Ein Kompliment an den Konstrukteur!
Die Frästeile passen perfekt.

15.3.2009

Lange ist nichts weitergegangen, jetzt nehme ich den EON erneut in Angriff!



Erster Test bestanden: Ich komme mit dem EON durch die Tür!



29.3.2009



Anordnung der Servos quer zur Flugrichtung, befestigt mit doppelseitigem Klebeband.
Anlenkung mt Carbonstangen ohne Bowdenzug-Rohr



Slowflyer-Ruderhörner, mit Schrumpfschlauch am Gestänge angeschlossen

Gewicht:
Die angepeilten 600g dürfte ich sogar noch unterschreiten

Modifikationen zur Gewichtsersparnis:

  • BL-Motor + Lipo-Akku, moderate Motorisierung
  • leichtes Balsa ausgesucht
  • Segler-Variante (schmaler Rumpf)
  • Klebungen wie von J.Kessler empfohlen hauptsächlich mit Uhu-Hart und Pattex
  • Bespannung teilweise mit "Oracover Air Indoor" Folie, 17g/m2
    teilweise mit Polyester-Vlies+Spannlack (ca. 30g/m2)
  • Folienscharniere wie von J.Kessler beschrieben, aber als Kreuzband-Scharnier ausgeführt
  • Seitenleitwerk mit Zapfverbindumg im Höhenleitwerk befestigt
  • Sporn weggelassen
  • Regler-Schrumpfschlauch durch Bespannfolie ersetzt
  • Motorstecker entfernt, Regler direkt angelötet
  • Ruder-Anlenkung ohne Bowdenzug-Rohre mit 1mm Carbonstangen, Slowflyer-Ruderhörnern und Schrumpfschlauch
  • Antennenrohr weggelassen (2G4)
  • Servos vor den Tragflächen, quer zur Flugrichtung, mit doppelseitigem Klebeband befestigt
  • Löcher in den Randbögen und Rudern, allerdings keine Löcher im Rumpf
  • 35mm Mittelstück, direkt (ohne Spannkonus) mit Madenschrauben an der Welle geklemmt
  • Eigenbau-Spinner aus EPP (wirkt auch als Dämpfer bei evtl. Aufprall)
  • Holmverbinder wie im ursprünglichen Plan aus Carbon-Rohr, kein Vollstab

Unabsichtliche Modifikationen (Baufehler):

  • Rumpfspitze beim Verschleifen zu dünn geraten, Verstärkung mit GFK
  • Einige Teile durch unvorsichtliches Handling während des Baues gebrochen und geklebt
  • Teil xx im Bereich der Flächendübel vergessen, Dübel wurden in der Fläche mit Epoxy eingeklebt (und die Buchsen weggelassen)
  • Seitenleitwerk zu weit hinten montiert, musste etwas abgeschrägt werden damit sich das Höhenruder bewegen kann

5.4.2009


Fertig bespannt, fertig für den Probeflug.
Der Schwerpunkt stimmt "wie geschummelt".
Der Blick auf die Waage:
540 Gramm!
10% unter der motorlosen Variante!

6.4.2009



Heute war der große Tag:
Knapp vor Sonnenuntergang, fast windstill. Reichweitentest, einmal ohne Motor geworfen: Der EON scheint in der Luft zu stehen. Dann ein Steigflug mit Motor.
Motorleistung? Ausreichend! Trimmkorrektur? Keine.
Motorsturz könnte größer sein.

Ja, der EON tut was er soll. Genau so einen Flieger wollte ich haben.


Ostermontag 2009

Am Vormittag Sonnenschein, makellos blauer Himmel, leichter böiger Wind ... wenn das nicht Thermik-Wetter ist!

Ein Cularis ist in der Luft, dem leiste ich mit dem EON Gesellschaft.
Aber der Thermik-Höhenflug lässt auf sich warten. Die üblichen Plätze abgeklappert - nichts. Auch keine Vögel zu sehen. Relativ weit weg, wahrscheinlich über einer kleinen Wasserfläche, gibt es zeitweise Aufwind den wir nutzen können.

Bei Windstärke 3 lande ich den EON und hole den guten, alten Airfish. Der ist vergleichsweise eine Blei-Ente! Die Steigleistung ist enorm, und die Segel-Leistung erstaunlicherweise auch im Vergleich gar nicht schlecht.

Irgendwie habe ich mir das ganz anders vorgestellt...

So 19. April 2009

Ich habe einen größeren Propeller mit weniger Steigung montiert. 4 Gramm Mehrgewicht...
Probelauf - zu viel Strom. Im Flug ist es sicher weniger, außerdem muss ich ja nicht vollgas fliegen. Eventuell werde ich auf 2 Zellen zurückgehen.

11 Uhr - Thermikzeit. Resultat wie bei den letzten Flügen: Gelegentlich kurzes Steigen, aber nicht wie erhofft.
14 Uhr - Probieren wir es noch einmal! In Böen Windstärke 3, das ist das Maximum für den leicht gebauten EON.
Erster Steigflug - suchen, nichts. Noch ein Steigflug, suchen - Weit weg, die Fluglage ist gerade noch zu erkennen. Auf einmal steigt der EON! Ich blicke etwa rechtwinkelig zur Windrichtung, also kein Zweifel dass er wirklich steigt. Kreisen - bei jeder Runde gibt es einen kräftigen Ruck nach oben, sicher ein paar Meter. Ich verlasse den Bart um nicht zu hoch zu stegen. Fliege ein bisschen umher. Suche den Bart wieder, finde ihn aber nicht mehr. Egal, dann fliege ich zurück und lande.

Ostern 2010

Keine Thermik ohne Wind. Bis Windstärke 3 kein Problem. Thermikfliegen macht besonders viel Spaß wenn auch andere Segler in der Luft sind und man gemeinsam Aufwind suchen kann.
Wenn der Wind zu stark wird starte ich den Airfish.

Sonntag 25. April 2010

Heute war der Tag für den ich den Eon gebaut habe!

Kühler Morgen, blauer Himmel, Windstille.
Wieder einmal läuft es eher unspektakulär ab. Umher fliegen und feststellen dass der Flieger langsam aber sicher steigt. Zwischendurch muss ich dennoch gelegentlich die "Elektro-Thermik" zu Hilfe nehmen.

Genug des Vergnügens.
Gegenanflug, Queranflug, zu hoch.
Noch einen Kreis fliegen um Höhe abzubauen.
Aber ich baue keine Höhe ab, der Eon steigt!
Und das in einer Höhe in der normalerweise keine Thermik zu finden ist!
Also weiter fliegen.

Sonntag 10.Oktober 2010
Der Altweibersommer ist Thermik-Zeit!

1 Kommentar:

Jürgen H. hat gesagt…

Der EON600 ist unkompliziert zu bauen und fliegt traumhaft.
Ich habe selbst sowohl die E-Motor Version als auch die Ausführung mit Segler-Rumpf.
Ist mein "immer-dabei" und für "jeden-Zweck" Segler
EON 600 Bilder unter:
https://plus.google.com/u/0/photos/118353917033750340458/albums/5999178493359909553/5999178775851817074?pid=5999178775851817074&oid=118353917033750340458